Was kostet eine Handarbeit oder Patchworkdecke?

was kostet eine Handarbeit? Was kostet eine Patchworkdecke? Kurze und knappe Erklärung von E-LoCin Handarbeiten

Es ist immer das Gleiche: als Selbständige frage ich mich: bin ich zu günstig? Bin ich zu teuer? Wieviel kosten vergleichbare Handarbeiten bei anderen? Also, ich möchte hier keine seitenfüllenden Erklärungen abgeben und mich für meine Preise rechtfertigen, sondern transparent erklären, wie sie zustande kommen. Aber zwei Dinge vorweg: ich konkurriere nicht mit Billignähern im Internet, die “mal eben sowas auch nähen” und sich einerseits unter Wert verkaufen, gar kein Stundenlohn verlangen oder eben gar nicht wissen, wie sie sich und ihre Arbeit beWerten sollen. Andersherum vergleiche ich mich ganz bewußt nicht mit den Nähern, die aktuell besonders aktiv sind auf Instagram, TikTok & Co., die das Nähen von Patchworkdecken als ihren Hauptberuf auserkoren haben und doch (sehr) viel mehr verlangen (müssen?).

Seit 2011 betreibe ich mein Nähstudio im vollem Umfang mit Gewerbeangemeldung, Steuern, Versicherungen und Lizenzen usw.. Vieles an Kosten fließt gar nicht in die Kostenrechnung mit ein – aus dem einfachen Grund: ich bin finanziell NICHT auf das Nähstudio angewiesen, sondern ich nähe aus Leidenschaft völlig unabhängig und daher kann ich auch das eine oder andere mal nicht berechnen müssen und gratis beisteuern – damit das Gesamtprojekt schön wird. Aber 2 Dinge bleiben das Kostenintensivste: das sind die Stoffe und die Arbeitszeit. Und ja, ich verramsche meine Handarbeiten nicht, bepreise sie aber fair.

Stoffe: Ja, es gibt Näher, die sich Stoffe aus ihren lokalen Länden vor Ort oder aus dem Ausland besorgen und entsprechend auch dann ihre Preise haben. Die lokalen Läden müssen ja auch von etwas leben … Ich nutze meinen Unternehmensstatus für weitaus günstigere Preise bei professionellen Großhändlern. Meine eingekauften Stoffe haben ihre Zertifikate, Herstellernachweise, manchmal Oeko-Tex Standard 100 zertifiziert, teils Biobaumwolle, oft durchgewebt und immer von hoher Qualtität. Also kein Billigkram und schon gar kein Material aus den China-Hochburgen oder Reste eingekauft aus Kleinanzeigen … – außer ich finde richtig gute antike Fundstücke.

Meine Einkaufspreise für den Meter Stoff liegen unterschiedlich hoch und hängen eben davon ab, ob ich auch einmal einen guten Sale erwische, ob es uni-Stoffe sind, Oeko-Text Standard 100 zertifizierte Biobaumwollstoffe oder, oder, oder. Ich veranschlage bei meinen Preisberechnungen der Einfachheithalber pauschal 10 €/Meter. Punkt. Fertig. Ja, ich zahle vielleicht drauf, dafür darf ich die Stoffe täglich streicheln 🙂

Was ist mit der eingesandten Kleidung für z. B. Erinnerungsdecken? Ja, die kosten mir nichts. Allerdings ist der Arbeitsaufwand höher, weil die Materialien nicht so “Standard” sind, wie bei neuen Baumwollstoffen. Sie verziehen sich, sind uneben, müssen verstärkt werden, haben Reißverschlüsse, Knöpfe usw., was alles ggf. separat bearbeitet werden muß.

Größe: Je größer eine Decke desto mehr Material und desto mehr Arbeitszeit. Logisch. Ich sitze an einer kleinen Decke vielleicht nur 1 Stunde oder auch mal 3 Stunden, wenn sie z.B. mit vielen Extras oder Quilt-Label ausgestattet ist. Bei einer 2 x 2 m Decke kann die Arbeit schon einmal 5-10 Tage dauern, wenn viele Teile zu einem neuen großen Ganzen gepuzzelt werden, wenn die Decke sashings hat oder Logos und Extras besonders bearbeitet werden müssen.

Wie berechne ich das dann nun fair gegenüber dem Kunden? Ich habe hier mir eine Rechengrundlage anhand der nötigen Blöcke gemacht. Deshalb findest du in meinen Artikel für Decken auch eigentlich immer die Anzahl der jeweils benötigen Blöcke/Patches. Dann rechne ich nötiges Verbrauchsmaterial hinzu, ggf. das Volumenvlies, Maschinenstunden, Kleinkram, Abschreibungen, Verpackung & Lizenzgebühren, meine Versicherungen und eine Pauschale für das Arbeitszimmer, Miete und was sonst so alles anfällt. Da kommt leider oft so ein krummer Betrag raus, deshalb sehen die Preise oft auch so komisch aus.

Arbeitszeit:
Die Arbeitszeit habe ich in meiner langjährigen Erfahrung seit 2011 schon gut im Griff und weiß so ziemlich genau, wie lange ich z. B. für eine Patchworkdecke benötige. Die Arbeitszeit beinhaltet Design, Absprachen, Stoffe suchen-finden-einkaufen, Kundengespräche führen, beraten, Designs erstellen, abändern, finishen, Stoffe/Kleidung sichten, sortieren, schneiden, legen, Extras wie Quilt-Label designen, sticken, applizieren, Ränder für Decken schneiden, legen, stecken, nähen, bügeln, binding für Decken schneiden, falten, bügeln nähen uvm.

Aber ja, vieles geht mir mittlerweile natürlich wesentlich einfacher von der Hand und das spart uns Zeit & Geld. Aber wesentlich ist, dass ich die reine echte Arbeitszeit kalkuliere und nicht, wieviel Zeit ich mir dafür nehme. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Denn das Schneiden der Stoffe oder Kleidung für eine Decke dauert ja nicht sooo lang, wenn ich zügig arbeite (würde). Aber die Realzeit ist doch oft viel länger – wegen: Kaffeetrinken, überlegen, Katze streicheln, aus dem Fenster schauen, nochmal Kaffee trinken, etwas anderes machen, PC tüddlen, Handy checken, Reals und Videos aufnehmen und was ich sonst noch so alles mache, außer konzentriert 100% diese Arbeit zu erledigen. Aber hey: für mich ist das genau DAS, was ich an meiner Handarbeit liebe. Und das bringt mir mein Herz & Ruhe ind ie Handarbeit – also INKLUSIVE sinnloser Pausen.

Fazit: Ja, meine Preise sind eher niedrig angesetzt – aber günstig heißt nicht billig – so arbeite ich eben und liebe was ich tue. Es grüßt dich ganz entspannt, Nicole Mundigl von E-LoCin Handarbeiten www.e-locin.de